Wie in vielen Orten in MIttelschwaben so stand auch im Ebershauser Ortsteil Waltenberg einst eine Burg. Die allermeisten dieser Bauten sind heut zu Tage verschwunden und man kann oft nur noch im Gelände in Form von Wällen oder Gräben, die einstigen Ausmaße erkennen. Doch selbst dies ist in Waltenberg nicht der mehr der Fall. Moderne Bebauung hat alle sichtbaren Überreste verschwinden lassen. Es gibt Berichte, dass in den 1930er Jahren sogar noch Mauerreste eines Turms und Spuren eines Brunnen sichtbar waren. Der Graben war im Jahr 1942 noch sichtbar. Bartholomäus Eberl , ein Volkskundler und Heimatpfelger, der in ganz Bayern unterwegs war, hat die unten stehende Skizze im Jahr 1942 angefertigt.

Beschreibung des Burgstalls Waltenberg von B. Eberl / 1942

Der kleine Burgstall ist aus dem östlichen Hochufer des Gutnachtales herausgeschnitten und trägt heute das Anwesen Nr. 3 "Schäferschreiner", Besitzer Schleifer. Zwei Gräben nördlich und südlich der Anlage schneiden mit kräftigem bis 12 m breitem Einschnitt die Plattform des Burgstalles aus dem Hochuferrand heraus. Der auf der Bergseite des Grabens verbindende Halsgraben ist längs durch die Dorfstrasse eingefüllt und zeichnet sich in ihr nur als flache Senkung. Der so entstehende Raum hatte eine Fläche von etwa 22 x 40 m. An der Südwestecke war 1933 noch ein Teil des Turmhügels mit Mauerresten vorhanden. Heute ist auch dieser Rest eingeebnet. Das Material wurde zur Einfüllung der Gräben benützt die seit jenem Zeitpunkt auch schon zum grössten Teil eingeebnet sind. Von den einst vorhandenen Wehranlagen (Wall usw.) ist nichts mehr festzustellen. Eine Vorburg war nie vorhanden, die Anlage gehört also zu dem ganz kleinen Typ von Burgställen.

Zeichnung B. Eberl 1942:



Weitere Nachrichten des Burgstalls Waltenberg
Bericht des Revierförsters Kreittner aus Breitenthal 1831 an den historischen Verein Augsburg

"Westlich in einem Garten am Hause Nr. 3 des Weilers Waltenberg soll noch anno 1570 ein Schloss gestanden und dem Grafen Eberhard angehört haben. Der Graben ist noch ersichtlich, die Tiefe ist östlich 25', südlich 60', westlich 100', nördlich 50'. Die Oberfläche beträgt in der Runde 75', ist aber uneben; vor etwa 100 Jahren wurde auf der südlichen Seite gegraben, wo man silberne und messingene Leuchter soll gefunden haben. Auf der Oberfläche des Berges hat man seit einigen Jahren eine kleine Vertiefung wahrgenommen, vielleicht dass ein Gewölbe sich gesetzt hat."

 

Der heutige "Burgplatz" und einer Gegenüberstellung einer "Rekonstruktion". Achtung: Die Rekonstruktion ist KI-generiert und basiert auf keinerlei wissenschaftlichen Fakten oder Erkenntnisse