Westlich anschließend an den auf einer Bergzunge hoch über dem Günztal gelegenen Friedhof mit der Kirche. Am Ende der Bergzunge etwa kreisrundes, erhöhtes Plateau, darauf jetzt neugotische Kalvarienberggruppe. Am Hang im Norden Graben und Außenwall, im Westen und Südwesten Terrasse.

Ritter von Kettershausen, Dienstmannen der Bischöfe von Augsburg, seit 1146 erwähnt. 1291 vereinigte Bischof Wolfhart von Roth Kettershausen mit der Herrschaft Schönegg. 1361 schon der Burgstall erwähnt. 1558 verkaufte Kardinal Otto Truchseß von Waldburg die Herrschaft Kettershausen (mit Bebenhausen) an Anton Fugger. Seitdem mit der Fuggerschen Herrschaft Babenhausen vereinigt.

Kettershausen

Blick vom Friedhof auf das kreisrunde Plateau.

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Südliche Ansicht auf den Burgberg.

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Das Burgplateau.

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Ansicht von Norden.

 

 

Quelle:

Heinrich Habel - Landkreis Illertissen, 1967

Ehemals zwei Burgen der Herren von Nordholz, die um 1180 (Werner von Nordholz) erstmals erwähnt werden. Älter die obere (südliche) Burg. Die niedere (nördliche) Burg dürfte gegen Ende des 13. Jahrhunderts für Konrad I. von Nordholz, den Gründer eines neuen Zweiges der Familie, errichtet worden sein. Nachdem Erlöschen des Geschlechts im mittleren 14. Jahrhundert kamen Ort und Doppelsitz an die Herren von Rechberg. 1449 verbrannten die Memminger im 3. Städtekrieg beide Burgen. Daraufhin verkaufte Veit von Rechberg 1457 den Ort an Abt Johannes III. Deyringer von Roggenburg.

Noch im 17. Jahrhundert Ruinen vorhanden. 1752/1753 wurden viele große Steine der südlichen Burg für den Stiftskirchenbau in Roggenburg verwendet.

 

Südlicher Burgstall

Unweit südlich vom Ort im Walde; östlich oberhalb der hier zu einem Weiher aufgestauten Biber. Aus der Hochfläche herausgeschnittenes, längliches Plateau, im Osten, Norden und Süden von sehr breitem, tiefen Halsgraben umschlossen, der sich am Westhang in flacherer Form fortsetzt. Auf dem Plateau im Nordwestteil Eintiefungen.

Nordholz

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Blick von Norden auf den Burgberg mit davorliegendem Graben.

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Blick von Süden auf den Burgberg.

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Ein tiefer Halsgraben umgibt die Anlage.

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Das Burgplateau.

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Die letzten Überreste...

 

 

Nördlicher Burgstall

Etwa 500 m nördlich vom Ort am östlichen Talhang aus der Hochfläche durch Graben auf drei Seiten herausgeschnittenes zweigeteiltes Plateau (ein größeres höher gelegenes und ein kleines Plateau). Heute ist der Burgstall schwer zu erreichen bzw. zu betreten, da er eingezäunt ist.

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Links das kleinere und rechts das größere höhere Plateau zu sehen. Beide umgeben von einem Halsgraben.

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Blick vom höheren Plateau auf das kleinere. Abgetrennt ebenfalls durch einen Graben.

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Quelle:

Heinrich Habel - Landkreis Illertissen, 1967

Die Kirche umgibt der ehemals befestigte, hochgelegene Friedhof. Ihn umzieht auf etwa ovalem Grundriss eine spätgotische, zum Teil erneuerte Mauer. An der Westseite über dem Abhang höhre und kräftigere Mauer mit Scharten.

An de Südwestecke spätgotischer Torturm. Durch sein Untergeschoss führt der Aufgang zur Kirche. Am Oberteil an der Südseite neues Wappen derer von Thanneck, darüber Stichbogennische mit gefasster Holzfigurengruppe des hl. Michael, der den Teufel besiegt (2. Viertel 18. Jahrhundert). Im Giebel Reste einer gemalten Sonnenuhr.

 

Burgstall:

Auf der gleichen Bergzunge, die auch die Kirche trägt, baute sich - unweit südlich von deren Chor - zwischen 1475 und 1479 Ulrich von Thanneck (gestorben 1513 durch Sturz vom Pferd, das ihn abwarf und bis zum Schloss schleifte) an Stelle des Pfarrhofes ein herrschaftliches Haus. Sein Enkel Hans Michael verkaufte den Ort 1540 an Hans Walther von Hürnheim zu Kirchheim. Mit letzterer Herrschaft kam der Ort 1551 an die Fugger. Im 18. Jahrhundert diente das Schlösschen als herschaftliches Jägerhaus und wurde wohl gegen Ende dieses Jahrhunderts abgebrochen. Nachrichten von Ursberg schreiben 1804: Das Schloss lag nicht weit von der Kirche rechts gegen den Aufgang auf einer Anhöhe und war mit einer weitschichtigen Mauer umgeben, wovon ein Teil erst vor 6 Jahren eingerissen worden ist.

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Friedhofsbefestigung mit Schießscharten.

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Quellen:

Heinrich Habel - Landkreis Mindelheim

Eindrucksvolle Lage am Rande der die Niederung von Flossach und Mindel östlich begrenzenden Hochfläche, an der Südseite des Ortes. Stattliche, annähernd quadratische, ursprünglich vierflügelige Anlage mit Ecktürmen. In den Westflügel ist die zugleich mit dem Schlossbau erneuerte Pfarrkiche so einbezogen, dass ihr Chorschluss in den Hof hineinragt und ihr Langhaus im rechen Winkel vor die Westseite tritt. Der kürzere Nordteil des Westflügels (nördlich vom Kirchturm) und der gesamte Nordflügel 1852 abgebrochen. Der Ostflügel enthält die Repräsentationsräume, vor allem den in der Mitte über der Eingangshalle gelegene Cedernsaal.

Geschichte:

Von 1076 bis ins 13. Jahrhundert Herren von Kirchheim erwähnt. Die Herrschaft war um 1290 im Besitz Schwiggers von Mindelberg, um 1300 der Augsburger Familie Onsorg, seit 1329 der Freiberg, um 1369 der Couns oder Konrad, schon 1372 wieder der Freiberg und seit 1435 der Schellenberg. Nach deren Erlöschen erwarb 1484-1491 Hans von Hirnheim den Ort und die Herrschaft. Sein Enkel Hans Walter verkaufte Kirchheim 1551 an Reichsgraf Anton Fugger, dessen Sohn Hans (Herr von Kirchheim 1575-1598) das Schloss als Stammsitz seiner Linie neu erbauen lies. Im folgten sein Sohn Markus der Jüngere und dessen Sohn Johannes. Mit Johann Eusebius starb die Linie 1672 aus. Es folgte mit Bonaventura Fugger die Nachkommensschaft von Markus Bruder Christoph. Nach erlöschen dieser Linie 1878 das gräfliche Haus Fugger-Glött. 1806 wurde die Herrschaft Kirchheim mediatisiert (Eingliederung der bisher reichsunmittelbaren Reichsstände und Adligen in die neuen deutschen Bundesstaaten).

Baugeschichte:

Ein Schloss wurde 1289 erwähnt, dass im Bauernkrieg 1525 gegen hohe Zahlung verschont blieb. Hans Fugger, 1575 durch Güterteilung mit seinem Brüdern Markus der Ältere und Jakob alleiniger Herr von Kirchheim geworden. lies das baufällige wohl ziemlich bescheidene Schloss der Hirnheim, das im Nordwestteil des heutigen Komplexes stand, abbrechen und 1578-1585 den bestehenden Bau, eine der stattlichsten Schlossanlagen des 16. Jahrhunderts in Deutschland, unter Heranziehung namhafter Augsburger und ausländischer Künstlern aufführen. Unmittelbares Vorbild war das 1546-1573 erbaute Schloss der bayerischen Herzöge in Dachau.

Die Pfarkirche wurde in den Schlossbau einbezogen und zugleich mit ihm 1580-1583 umgestaltet.

Im 19. Jahrhundert erlitt das Schloss erhebliche Einbußen. Um 1808 bzw. 1822 wurde der Brunnen verkauft. 1852 erfolgte der Abbruch des Nordflügels und der Nordhälfte des Westflügels (nördlich der Kirche). Der Abbruch des Oberteils der Ecktürme bedeutete eine rigorose Vereinfachung der Baumassen vor allem für die Fernwirkung.

Kirchheim

Blick vom Schlossgarten auf die Ostseite mit Eingangstor.

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Eckrondell mit Zinnen. Teil einer Mauer, die den Schlossgarten umgibt.

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Nordseite des Schlosses. Hier stand bis 1852 der Nordflügel der Schlossanlage.

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Hochgrab des Hans Fugger im Chor der Pfarrkirche. Das Grab setzt sich aus einem achteckigen Unterbau (Sarkophag) aus rotem Salzburger Marmor und einer Deckplatte aus weißem Marmor zusammen, auf der die lebensgroße vollplastische Figur Hans Fuggers liegt. Das Grabmal gilt heute als eine der schönsten Renaissance-Plastiken Süddeutschlands.

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Grabdenkmal des Waltherr von Hürnheim in der Chorsüdwand, 1516. Sandsteinplatte mit verstümmelter Figur des knieenden Ritters in  maßwerkgerahmter Rundbogennische.

 

 

 

Quellen:

Heinrich Habel - Landkreis Mindelheim

Kath. Pfarrgemeinde Kirchheim